Sonntag, 16. August 2026

Prolog zu 365 to go, Erfolgreich unerfolgreich - ein Babyboomer geht in Rente

 


Januar oder Februar 1977 am Frühstückstisch der Familie Brückner in Veitshöchheim.

In ungefähr drei Monaten wird die Abschlussprüfung an der Städtischen Handelsschule Würzburg in der Steinheilstraße geschrieben, vergleichbar mit der heutigen Mittleren Reife.

Alle Klassenkameraden meiner 10A, einer reinen Jungenklasse, hatten bereits zig Bewerbungen geschrieben. Sie wollten Bank-, Einzelhandels-, Großhandels- oder Speditionskaufmann werden. Vereinzelt fiel auch schon der Begriff EDV-Spezialist. Das sei die Zukunft.

Ich hingegen wusste nicht, was ich werden wollte. Noch nicht einmal, was mich wirklich interessierte. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Meine Eltern lagen mir ständig in den Ohren:

„Du musst dich entscheiden.“

„Du musst Bewerbungen schreiben.“

„Es wird bald zu spät.“

„Lehrstellen gibt es nicht wie Sand am Meer.“

„Die Konkurrenz ist groß.“

„Da kommen nur die Besten durch.“

Und dazu gehörte ich nun wirklich nicht.

Das zog sich über Wochen hin. Mir fiel einfach nichts ein.

Obwohl ...

Schauspieler, das wär doch was gewesen. Wollte ich doch seit frühester Kindheit in diesen Kasten. Mit diesem Wunsch traute ich mich aber nicht raus. Zu weit weg. Zu verwegen. Zu unrealistisch.

Beeindruckt hatte mich Jeff Bridges in „The Last American Hero“ als Junior Jackson. Eine Zeit lang war mein Spitzname deshalb sogar Junior.

Aber wie sollte ich dahin kommen?

Aussichtslos.

Dann erinnerte ich mich an eine Fernsehsendung, die nachmittags lief. Sie begleitete einen Jungen während seiner Ausbildung zum Kellner. Ja, damals hieß das noch so.

Und das gefiel mir.

Ja, das könnte doch was sein.

Nun zurück zum Frühstückstisch der Familie Brückner.

„Ich möchte Kellner werden.“

Vater und Mutter fielen aus allen Wolken.

Unser Sohn im weißen, labrigen Jackett in irgendeiner Bahnhofskneipe ...

Tja, was soll man machen?

Der Junge will das.

Die Tante arbeitet damals im Restaurant des Kaufhofs als Substitutin und vermittelte uns ein Gespräch mit dem Küchenchef. Der wiederrum organisierte ein Vorstellungsgespräch mit dem Pächter des Ratskellers in Würzburg. 

Vorstellungsgespräch gut gelaufen und am 01. September 1977 gings morgens um 8 Uhr los!

 

Am 1. September 2026 beginnt für mich das letzte Berufsjahr.

Dann liegen 49 Arbeitsjahre und mehr als 38 mehr oder weniger "legale" Beschäftigungsverhältnisse hinter mir, sowie unzählige Tätigkeiten als Schauspieler vor der Kamera, auf der Bühne, als Moderator, als Coach und und und...

In rund 75 Geschichten werde ich von Menschen, Abenteuern, Pleiten, Glücksfällen und einigen Entscheidungen berichten, die ich heute vermutlich anders treffen würde.

Begleitet mich auf den letzten 365 Arbeitstagen bis zur Rente.

Am 1. September 2027 habe ich dann tatsächlich 50 Jahre Berufsleben hinter mir.

Und was danach kommt?

Ehrlich gesagt: Diesmal habe ich wieder keinen Plan.

Aber genau das hat ja schon 1977 ganz gut funktioniert. 😉




Dienstag, 4. August 2026

Mont Ventoux - Training der etwas anderen Art

 Training zum Mont Ventoux sah letzten Monat so aus.




Am 13.07. klingelte das Telefon.
Schon Pläne für übernächste Woche?
Nö.
Wir fahren nach Alpe D'Huez und schauen uns die Etappen 19 und 20 der Tour de France an.
Ähhh.....okay.

Man man man was war ich auf geregt.
Gesagt, gefahren.

Dienstag den 21.07. gings dann nach Würzburg und Mittwoch Nacht auf die Autobahn Richtung Frankreich.
 
Donnerstag morgen waren wir dann in Le Bourg d'Oisans.
 
Aufgeregt wie ein Penäler vor dem ersten Date gings dann am Freitag um 8 Uhr ein Croisant schnappen, Kaffee in den Hals schütten und ab aufs Rad.
 
8:30 Uhr standen dann 21 Kehren und 1.122 Höhenmeter vor mir.

10:44 Uhr war es dann geschafft!
 
YES!
 
Es war ein Party der besondern Art.
Bin immer noch geflashed.

Benny und ich!
 
Alpe D'Huez 
 
 

 
 
 



Samstag, 4. Juli 2026

04. Juli 2024


 Der 03.07. ist für mich ein PartyTag. Mein Bruder feiert Geburtstag!


Hoch die Tassen!

So auch 2024. Er in Würzburg, ich in Berlin! 

Doch an diesem Abend war etwas anders.

Einen Tag zuvor hatte mich Moritz, so gegen 17 Uhr, angerufen und mich gefragt ob ich wüßte wo Christoph ist.

Nö, keine Ahnung. 

Er erreicht ihn nicht und er mache sich Sorgen.

Ich aufs Fahrrad und bei Christoph vorbeigeschaut. 

Keiner macht auf.

Weiter in die Bar und wer sitzt da....Christoph.

Das war am 02.07.

Am 03.07. schrieb ich Christoph eine SMS - Bar Zentral?

Keine Antwort!

Nach Dienstschluß um 15:30 Uhr fuhr ich in der Bar vorbei und wer sitzt da.....Christioph.

Zigarre in der Hand und einen Espresso vor sich.

Er kurz angebunden - Detox!

SMS bekommen? Neee, hab das Handy verloren.

Ohhhh...shit!

Nö, schon okay.

Smalltalk

Er sei noch mit Moritz verabredet, so gegen 18 Uhr.

Noch zwei, drei "dumme" Sprüche und ich machte mich auf den Heimweg.

Zu Hause mit Benny auf den Geburtstag via facetime angestoßen und den Tag ausklingen lassen.

Ich war "hundemüde", fand aber keinen Schlaf.

So gegen 3:30 Uhr bin ich dann aufgestanden und durch die Wohnung gelaufen. Wir haben nun den 04.07.

Betrunken war ich nicht, aber der Boden wankte. Die Wände waren schief und schepps. Das SoWoH fühlte sich komisch an und auch auf meinem "Lümmelsofa" fand ich keine Ruhe.

Um 7 Uhr habe ich dann meinen Dienst angetreten.

Ich habe Routen durch die Stadt genommen die ich nie nehmen würde. Berlin war schepps, aus den Fugen.

Ohne Unfall durch den Tag gekommen und froh gewesen heil zu Hause angekommen zu sein.

Es ist 16 Uhr und Moritz ruft mich an.......

Christoph ist tot. 

Er starb um 3:20 Uhr in Brandenburg an einem Baum.

Du fehlst! 

Sonntag, 7. Juni 2026

Mont Ventoux - Training

Der März war ziemlich bescheiden. Ein Virus hat mich mal ganz elegant ausgebremst.

Im April war dann leichtes Training angesagt, aber dann im Mai gings wieder richtig los.

Regina Marunde hatte da was ausgearbeitet. 



 

 


Samstag, 21. März 2026

Silberhochzeit

Das letzte Auto das ich mein Eigen nennen konnte war ein roter MG Midget. Gekauft im Sommer 1989 in L.A. für "kleines" Geld und kaum 4 Wochen später für noch kleineres wieder verkauft.


Zurück in Deutschland war kein Geld vorhanden für ein Auto und als ich am 31.12.1989 in Berlin aufschlug war schnell klar, in dieser Stadt braucht der Hans kein Auto.

2001 hatte ich dann etwas Geld übrig und ich sah mich auf den verschieden Portalen um. Irgendetwas Kleines, so um die 3.000,--DM schwebte mir vor. Es sollte kein VW oder Opel werden und schon gleich garnienicht ein "Reisbrenner".

Ich klickte nur so zum Spaß auf Porsche und zack, da war er. 924S, Bj86, 130.000km, für schlappe 4.000,--DM.

Na, den Tausender werd ich auch noch finden. Also im Porsche Zentrum Eberwalde angerufen und einen Termin ausgemacht.

Steuerrückzahlung kam im März und schon war ich auf dem Wege zum Traumauto!

In die aufklappenden Scheinwerfer habe ich ihm versprochen, daß sich unsere Wege nur durch den TÜV trennen werden.


Das war heute vor 25 Jahren.

Ich habe durch diesen Wagen wahnsinnig viel gelernt, denn dieses Versprechen zwang mich zu Aktionen die bis dato nicht einmal in meinen wildesten Träumen vorkamen.

Vor drei Jahren hatte ich ihn mit Hilfe von guten Freunden komplett restauriert und seit dieser Zeit genießt er eine etwas ruhigers Dasein. Will sagen, er hat jetzt ein Saisonkennzeichen und einen kuschligen Tiefgaragenplatz.

Und im September machen wir dann nochmal ein Fläschen zu deinem 40. Geburtag auf.

So, Du wildes Ding, Du! 

Always pedal to the metal.....neeee, keine Angst, det war mal!

 



Dienstag, 24. Februar 2026

Mont Ventoux, Intervalle

 Soviel zum Thema Intervalle.

Das Wetter wird besser und ich freue mich schon auf die ersten Ausfahrten, den 60 Minuten auf der Rolle sind zwar schön mit Musik, aber es fehlt der Fahrtwind, die Geräusche, der Wald und und und..... 

Mittwoch, 28. Januar 2026

Mont Ventoux, Intervalle


1599 Höhenmeter auf 21,2 km wollen vorbereitet sein.

Ich liebe Intervalle.......